Ukrainian soldiers fire artillery at Russian positions near Bakhmut.
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Ukraine-Krieg im Liveticker: Gazprom droht mit Drosselung von Gaslieferungen

Ukraine – Die Ukraine wird immer wieder aufs Neue von russischen Raketenangriffen erschüttert. Zudem gibt es schwere Kämpfe im Osten des Landes. Auch die Lage am AKW Saporischschja bereitet Sorgen.

Ukrainische Soldaten feuern mit Artillerie auf russische Stellungen in der Nähe von Bachmut.  © dpa/Libkos

Das durch russische Raketentreffer schwer beschädigte Stromnetz der Ukraine dürfte auf Monate hinaus äußerst störanfällig bleiben. Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) sagte, das Land habe am Montag nicht nur mit geplanten Abschaltungen, sondern auch mit plötzlichen Stromausfällen zu kämpfen gehabt.

Der Verbrauch übersteige die Stromproduktion, alle müssten Energie sparen. Der Stromversorger Yasno teilte mit, die Ukrainer müssten wohl mindestens bis Ende März mit Ausfällen oder Abschaltungen rechnen.

Während das ukrainische Militär aus dem Kohle- und Stahlrevier Donbass im Osten des angegriffenen Landes weiter heftige Gefechte meldete, gab die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) eine Teilentwarnung: Das von russischen Soldaten besetzte Atomkraftwerk Saporischschja sei trotz des intensiven Beschusses am Wochenende weitgehend intakt.

Ukraine-Krieg im Liveticker: Baerbock kündigt weitere Hilfen für Moldau an
Ukraine
Ukraine-Krieg im Liveticker: Baerbock kündigt weitere Hilfen für Moldau an

Alle aktuellen Entwicklungen in der Ukraine und rund um den Krieg findet Ihr hier in unserem TAG24-Liveticker.

22. November, 19.38 Uhr: Kriegsfolgen – Deutschland soll mit Milliarden helfen

Deutschland darf Firmen mit weiteren Milliarden helfen, um die Folgen von Russlands Krieg gegen die Ukraine abzufedern.

Die EU-Kommission genehmigte eine entsprechende Änderung bestehender Unterstützungsprogramme, wie die Brüsseler Behörde am Dienstagabend mitteilte. Konkret geht es um mehrere Maßnahmen, die angepasst wurden und nun etwa zusätzlich mit bis zu 45 Milliarden Euro ausgestattet werden.

Neu ist auch, dass Hilfen künftig bis zum 31. Dezember 2023 gewährt werden können. Bislang waren die Maßnahmen nur bis Jahresende angemeldet. Zudem können vom Krieg betroffene Unternehmen im Rahmen einer der Regelungen künftig mit bis zu zwei Millionen statt 500 000 Euro unterstützt werden.

22. November, 18.40 Uhr: Drosselt Gazprom seine Gaslieferungen an die Ukraine?

Der russische Energieriese Gazprom hat der Ukraine vorgeworfen, beim Transit durch ihr Staatsgebiet einen Teil des Gases einzubehalten und mit einer Drosselung der ohnehin schon reduzierten Lieferungen gedroht.

Die Ukraine habe 52,5 Millionen Kubikmeter russisches Gas nicht weitergeleitet, das für die Nachbarrepublik Moldau bestimmt gewesen sei, teilte Gazprom am Dienstag mit. Sollte sich daran nichts ändern, werde der Transit, von dem auch EU-Länder profitieren, ab Montag um die täglich einbehaltene Menge gekürzt. Ein konkretes Volumen nannte Gazprom nicht.

Der ukrainische Gasnetzbetreiber wies die Vorwürfe zurück und versicherte, dass das staatliche Unternehmen allen Transitverpflichtungen nachkomme. Trotz des russischen Angriffskrieges hat die Ukraine seit dem 24. Februar rund 15,6 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas Richtung Westen transportiert – davon eigenen Angaben zufolge mehr als zehn Prozent nach Moldau.

Der russische Energieriese Gazprom hat der Ukraine vorgeworfen, beim Transit durch ihr Staatsgebiet einen Teil des Gases einzubehalten.
Der russische Energieriese Gazprom hat der Ukraine vorgeworfen, beim Transit durch ihr Staatsgebiet einen Teil des Gases einzubehalten.  © Igor Russak/dpa

22. November, 17.34 Uhr: Schwarz-Grüne Regierung einigt sich auf Eckpunkte für Ukraine-Hilfen

Die schwarz-grünen Regierungsfraktionen haben sich mit Teilen der Opposition auf Eckpunkte für Ukraine-Hilfen geeinigt.

Der Staat könne nicht alle Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auffangen, erklärten die Fraktionsvorsitzenden von CDU, Grünen, SPD und FDP am Dienstag in Wiesbaden in einer gemeinsamen Mitteilung.

“Er kann und muss aber zielgenau vor allem denjenigen helfen, die die aktuelle Krise nicht aus eigener Kraft bewältigen können.” Auf Bundesebene lägen dafür bereits umfangreiche Entlastungspakete vor.

“Auf Landesebene werden wir unseren Beitrag bei der Finanzierung und Umsetzung dieser Pakete leisten”, kündigten Ines Claus (CDU), Mathias Wagner (Grüne), Günter Rudolph (SPD) und René Rock (FDP) an. Die vier Fraktionen wollen dazu gemeinsam Änderungsanträge zum Landeshaushalt 2023/24 einbringen.

Der Staat könne nicht alle Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auffangen, stellten die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, FDP und Grünen in einer gemeinsamen Erklärung dar.
Der Staat könne nicht alle Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auffangen, stellten die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, FDP und Grünen in einer gemeinsamen Erklärung dar.  © Michael Kappeler/dpa

22. November, 14.13 Uhr: Gazprom droht mit weiterer Drosselung der Gas-Lieferung durch Ukraine

Der russische Energieriese Gazprom hat der Ukraine vorgeworfen, beim Transit durch ihr Staatsgebiet angeblich einen Teil des Gases einzubehalten – und deshalb mit einer Drosselung der ohnehin schon reduzierten Lieferungen gedroht.

Die Ukraine habe bislang bereits 52,5 Millionen Kubikmeter russisches Gas nicht weitergeleitet, das eigentlich für die Nachbarrepublik Moldau bestimmt gewesen sei, teilte Gazprom am Dienstag mit. Sollte sich daran nichts ändern, werde der Transit, von dem auch EU-Länder profitieren, ab kommendem Montag um die täglich einbehaltene Menge gekürzt.

22. November, 14 Uhr: EU gibt weitere 2,5 Milliarden Euro für die Ukraine frei

Die EU-Kommission hat weitere 2,5 Milliarden Euro Unterstützung für die Ukraine freigegeben. Dies teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit.

Für 2023 seien 18 Milliarden Euro eingeplant, die in regelmäßigen Abständen ausgezahlt werden sollen. Gedacht sei das Geld für “dringende Reparaturen und eine schnelle Erholung, die zu einem erfolgreichen Wiederaufbau führen”, schrieb die CDU-Politikerin. “Wir werden die Ukraine weiter unterstützen, solange es nötig ist.”

22. November, 13.46 Uhr: Atomkraftwerk Saporischschja laut Moskau erneut beschossen

Das Gebiet des von russischen Truppen besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja ist nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums erneut mit Granaten beschossen worden.

Am Montag – dem Tag einer Sonderinspektion durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) – seien acht großkalibrige Granaten auf einen industriellen Teil des Kernkraftwerks gefeuert worden, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Dienstag laut der Agentur Interfax.

Außenansicht der durch die Kämpfe im Kernkraftwerk Saporischschja zerstörten Fenster.
Außenansicht der durch die Kämpfe im Kernkraftwerk Saporischschja zerstörten Fenster.  © dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire

22. November, 11.38 Uhr: Duma verurteilt mutmaßliche Erschießung russischer Soldaten

Das Parlament in Moskau hat die mutmaßliche Erschießung russischer Soldaten bei der Gefangennahme durch ukrainische Streitkräfte verurteilt.

Die Abgeordneten der Duma riefen am Dienstag die Parlamente anderer Länder auf, sich der Verurteilung anzuschließen und dazu beizutragen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Tötung der Soldaten sei ein “eklatanter Verstoß” der Ukraine gegen das humanitäre Völkerrecht und das Genfer Abkommen zur Behandlung von Kriegsgefangenen, hieß es nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass in der Erklärung der Duma. Kiew weist die Vorwürfe zurück.

22. November, 9.02 Uhr: Hohe Verwundbarkeit der russischen Flotte?

Ein mutmaßlicher ukrainischer Angriff auf Öldepots nahe des russischen Hafens Noworossijsk zeigt nach britischer Einschätzung die Verwundbarkeit der russischen Schwarzmeerflotte.

Das britische Verteidigungsministerium verwies am Dienstag in seinem täglichen Geheimdienst-Update auf russische und ukrainische Medienberichte, laut denen es am 18. November an einem Ölterminal, das nahe der russischen Marinebasis liege, zu einem Angriff kam. “Noch sind nicht alle Einzelheiten dieses Vorfalls bekannt”, betonte das Ministerium. “Jede Demonstration aber, dass die Ukraine die Fähigkeit besitzt, Noworossijsk zu bedrohen, würde eine weitere strategische Herausforderung für die Schwarzmeerflotte darstellen.”

22. November, 4.30 Uhr: Erinnerung an Protest auf Maidan vor neun Jahren

Präsident Selenskyj erinnerte in seiner Videoansprache am Montag an den Beginn der proeuropäischen Demonstrationen auf dem Unabhängigkeitsplatz der Hauptstadt Kiew, dem Maidan, vor neun Jahren am 21. November 2013.

Der Protest führte im Februar 2014 zum Sturz der Russland freundlich gesinnten Regierung. Moskau nutzte aber die Schwächephase der Ukraine, um die Halbinsel Krim zu annektieren und wenig später auch den Krieg in der Ostukraine zu beginnen.

22. November, 4 Uhr: Selenskyj fordert Landsleute zum Stromsparen auf

Wegen des Strommangels im ukrainischen Netz wandte Präsident Selenskyj sich an die regionalen und kommunalen Verwaltungen: Sie sollten die Bürger weiter zum Stromsparen anhalten.

Auch im öffentlichen Raum müsse Strom gespart werden. “Heute Abend ist die Lage in Kiew und Umgebung sowie in Winnyzja, Sumy, Ternopil, Tscherkassy, Odessa und einigen anderen Städten und Bezirken besonders schwierig”, sagte Selenskyj.

“Der Systemschaden, der unserem Energiesektor durch die Anschläge der russischen Terroristen entsteht, ist so groß, dass alle unsere Bürger und Unternehmen sehr sparsam sein und den Verbrauch über die Stunden des Tages verteilen sollten”, sagte er.

Wolodymyr Selenskyj (44, vorne), Präsident der Ukraine, während eines Besuches in der zurückeroberten Stadt Cherson.
Wolodymyr Selenskyj (44, vorne), Präsident der Ukraine, während eines Besuches in der zurückeroberten Stadt Cherson.  © dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire

21. November, 22.28 Uhr: Selenskyj sieht ukrainisches Stromnetz weiter in Schwierigkeiten

Das durch russische Angriffe beschädigte Stromnetz der Ukraine ist nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj weiter instabil.

Das Land habe am Montag nicht nur mit geplanten Abschaltungen, sondern auch mit ungeplanten Stromausfällen zu kämpfen gehabt, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Der Verbrauch übersteige die Stromproduktion.

Titelfoto: Igor Russak/dpa

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