Ex-Nationalspieler Philipp Lahm (39) fordert von der Nationalmannschaft den Einzug ins Halbfinale.
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WM 2022 im Liveticker: DFB-Fanclub sagt Turnier in Doha ab

Doha (Katar) – Vier Jahre haben die Teams drauf hingearbeitet, am Sonntag ist es so weit: Die WM 2022 in Katar startet. Keine Fußball-Weltmeisterschaft war jedoch jemals so umstritten wie die im Wüstenstaat.

Ex-Nationalspieler Philipp Lahm (39) fordert von der Nationalmannschaft den Einzug ins Halbfinale.  © Matthias Balk/dpa

Dass der Kampf um die begehrteste Fußball-Krone der Welt aufgrund der klimatischen Bedingungen vor Ort im Winter stattfinden muss, ist eine Konsequenz aus der Vergabe der FIFA (Fußball-Weltverband), die vielen negativ aufstößt.

Noch schlimmer wiegen jedoch die Verletzungen der Menschenrechte, die Missachtung der Gleichberechtigung und die schlimmen Arbeitsbedingungen für die Gastarbeiter bei der Errichtung der zahlreichen Stadien.

Über die Anzahl der Toten gibt es unterschiedliche Angaben. Fakt ist, dass Menschen ihr Leben für diese WM gelassen haben.

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Im Vorfeld wurde viel darüber berichtet, die einzelnen Verbände wollen ihren Protest zum Ausdruck bringen. Sie machen aber auch darauf aufmerksam, dass es für jeden einzelnen Teilnehmer ein sportliches Highlight ist, auf das er sich womöglich sein ganzes Sportlerleben gefreut hat.

TAG24 berichtet für Euch im täglichen Liveticker von allen Facetten dieser WM. Von den sportlichen wie auch den kritischen und problematischen.

18. November, 22.27 Uhr: DFB-Fanclub sagt Turnier in Doha ab

Der “Fan Club Nationalmannschaft” hat ein Fan-Turnier des WM-Organisationskomitees in Doha abgesagt.

Als Grund nannte ein Sprecher des Clubs der “Osnabrücker Zeitung”, dass dort keine aus Männern und Frauen zusammengestellten Teams antreten dürften. “Auf Nachfrage hatte man uns mitgeteilt, dass nur gleichgeschlechtliche Teams antreten dürfen. Deshalb haben wir uns dagegen entschieden.”

Philipp Beitzel von der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) bestätigte diese Version. “Unseren Informationen zufolge haben die Organisatoren darauf verwiesen, dass sie die Männer-WM nachspielen. Dann hieß es, das Turnier sei auch für Frauen offen, jedoch dürften die Teams nicht durchmischt werden”, sagte Beitzel der “Osnabrücker Zeitung”.

Der “Fan Club Nationalmannschaft”, der 2003 vom Deutschen Fußball-Bund und Sponsor Coca-Cola ins Leben gerufen wurde, bezieht sein Quartier während der WM nicht in Katar, sondern in Dubai.

Der "Fan Club Nationalmannschaft" hat auch zur WM 2022 in Katar ein Fan-Camp vor Ort organisiert.
Der “Fan Club Nationalmannschaft” hat auch zur WM 2022 in Katar ein Fan-Camp vor Ort organisiert.  © MATTHIAS HANGST / POOL / AFP

18. November, 20.48 Uhr: Schiedsrichter für WM-Eröffnungsspiel steht fest

Der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato (46) pfeift das WM-Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Katar und Ecuador am Sonntag (17 Uhr MEZ).

Das gab der Fußball-Weltverband am Freitag bekannt. Der 46-Jährige gehört zu den erfahrensten Referees und ist seit 2010 FIFA-Schiedsrichter. Bei der WM 2018 fungierte Orsato als Video-Schiedsrichter, bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr leitete er drei Spiele. Zuletzt war er unter anderem beim Champions-League-Duell zwischen RB Leipzig und Real Madrid im Einsatz.

Daniele Orsato (46) wird das WM-Auftaktmatch zwischen Katar und Ecuador leiten.
Daniele Orsato (46) wird das WM-Auftaktmatch zwischen Katar und Ecuador leiten.  © Jan Woitas/dpa

18. November, 19.54 Uhr: Andreas Rettig kritisiert Uli Hoeneß erneut

Fußballfunktionär Andreas Rettig (59) hat kurz vor WM-Start erneut Uli Hoeneß (70) für dessen Aussagen über Gastgeber Katar kritisiert.

“Den Unsinn, den Herr Hoeneß in Sachen Frauenfußball transportiert, ist ja erkennbar und nachweisbar Sportswashing”, sagte der frühere Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Interview des “FC PlayFair!“, einem Verein für Integrität und Nachhaltigkeit im Fußball.

“Zu glauben, die Frauen des FC Bayern fliegen dorthin und schon nimmt die Entwicklung des Frauenfußballs in Katar rasant Fahrt auf, ist falsch”, meinte Rettig. “Es gibt eigentlich keine am Spielbetrieb teilnehmende Frauennationalmannschaft. Die sind gar nicht mehr in der FIFA-Weltrangliste gelistet, weil die gar keine Spiele machen.”

Rettig und Hoeneß waren bereits Ende September verbal aneinander geraten, als der Ehrenpräsident des FC Bayern München spontan in der Sendung “Doppelpass” von Sport1 angerufen und dabei die Kritik an Katar als überzogen und den als Gast anwesenden Rettig als “König der Scheinheiligen” bezeichnet hatte. Rettig nannte Hoeneß daraufhin einen “Katar-Lobbyisten”.

Andreas Rettig (59) hat Uli Hoeneß (70) erneut für dessen Katar-Aussagen attackiert.
Andreas Rettig (59) hat Uli Hoeneß (70) erneut für dessen Katar-Aussagen attackiert.  © Christian Charisius/dpa

18. November, 18.04 Uhr: Längere Nachspielzeiten bei WM 2022 in Katar

Pierluigi Collina (62) kündigte an, dass die Schiedsrichter bei der WM-Endrunde angehalten seien, großzügige Nachspielzeiten zu gewähren.

Beim Torjubel, Auswechslungen, Verletzungen oder Platzverweisen würde viel Zeit verstreichen. “Sieben, acht, neun Minuten Nachspielzeit” seien bei einem normalen Spiel mit einigen Toren durchaus zu erwarten.

Außerdem rühmte der Vorsitzende der Schiedsrichterkommission des Weltverbands FIFA die erstmals zum Einsatz kommende halbautomatische Abseitserkennung, weil sie den Job der Referees leichter mache.

Die italienische Schiri-Legende Pierluigi Collina (62) kündigte längere Nachspielzeiten bei der anstehenden Weltmeisterschaft an.
Die italienische Schiri-Legende Pierluigi Collina (62) kündigte längere Nachspielzeiten bei der anstehenden Weltmeisterschaft an.  © Anne-Christine POUJOULAT / AFP

18. November, 17.40 Uhr: Letzte WM für Polen-Knipser Robert Lewandowski?

Für Stürmerstar Robert Lewandowski (34) muss die Weltmeisterschaft in Katar nicht die letzte WM-Endrunde seiner Karriere sein.

“Ich bereite mich so vor, als könnte es meine letzte Weltmeisterschaft sein, aber ich sage weder ja noch nein. Mir ist klar, dass ich auch in vier Jahren noch spielen kann”, sagte der 34-jährige Pole am Freitag.

Der Angreifer des FC Barcelona trifft mit den Polen am Dienstag (17 Uhr/ZDF und MagentaTV) zum Auftakt auf Mexiko. Weitere Gegner in der Gruppe C sind Saudi-Arabien (26. November) und Argentinien (30. November).

“Uns ist klar, dass wir nicht der Favorit in der Gruppe sind, aber wir werden alles tun, um zu gewinnen und zu punkten”, sagte der Ex-Münchner, der den Fokus zunächst voll auf das Duell mit den Mexikanern legen will. An die Partie gegen Argentinien (“Der Favorit der Gruppe und des gesamten Turniers”) denke er noch nicht.

Polens Superstar Robert Lewandowski (34) liebäugelt mit der WM 2026.
Polens Superstar Robert Lewandowski (34) liebäugelt mit der WM 2026.  © Rafal Oleksiewicz/AP/dpa

18. November, 16.10 Uhr: Olaf Scholz schließt Reise zu WM-Finale mit Deutschland nicht aus

Bundeskanzler Olaf Scholz (64, SPD) hat sich noch nicht entschieden, ob er bei einem möglichen Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins WM-Finale nach Katar reisen wird.

Das sei nicht ausgeschlossen, aber auch noch nicht klar, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit (50) am Freitag in Berlin. “Das wird man sich dann genau angucken.”

18. November, 15.56 Uhr: Queer-Beauftragter der Bundesregierung kritisiert WM in Katar scharf

Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (42, Grüne), hat die am Sonntag beginnende WM 2022 in Katar scharf kritisiert.

Das Emirat sei das “völlig falsche Austragungsland”, sagte Lehmann am Freitag in Berlin. “Dass diese WM überhaupt nach Katar vergeben wurde, ist ein riesengroßer Fehler gewesen.”

Die ganze Weltmeisterschaft verkomme zu einer Farce, sagte Lehmann mit Blick auf Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen und den Umgang mit Homosexuellen in Katar. Auch in der deutschen Gesellschaft lasse sich keine große Euphorie erkennen, erklärte er weiter.

Immer mehr Menschen, aber auch Städte, Gemeinden und Kneipen würden die Übertragung der WM-Spiele boykottieren. “Das finde ich persönlich sehr, sehr nachvollziehbar”, erklärte Lehmann. “Und ich finde, dass diese Weltmeisterschaft für Katar kein Erfolg werden darf – und auch nicht für die FIFA.”

Laut Sven Lehmann (42, Grüne) sei die WM 2022 in Katar ein "riesengroßer Fehler".
Laut Sven Lehmann (42, Grüne) sei die WM 2022 in Katar ein “riesengroßer Fehler”.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

18. November, 12.40 Uhr: Nationalmannschaft unterstützt SOS-Kinderdorf in Nepal

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft unterstützt über fünf Jahre ein SOS-Kinderdorf in Nepal mit einer Million Euro.

Das kündigte DFB-Präsident Bernd Neuendorf am Freitag im WM-Teamquartier der DFB-Auswahl in Al-Ruwais im Norden Katars an. “Wir glauben, dass das eine Maßnahme ist, die ein wirkliches Zeichen setzt, die nachhaltig ist”, sagte Neuendorf. Die Nationalspieler “haben ein sehr gutes Sensorium für die Situation, in der wir uns neben dem Fußball befinden.”

In Katar leben hunderttausende Gastarbeiter, insbesondere aus Nepal und Indien. Deren Lebensbedingungen hatten in den vergangenen Jahren immer wieder für lautstarke Kritik am WM-Gastgeber gesorgt.

“Wir wollen da unterstützen, wo die Menschen herkommen”, sagte Neuendorf. Für die Kinder in Nepal solle sich die Situation, wegen Armut auswandern zu müssen, nicht wiederholen. Finanziert wird die Aktion über die 2020 gegründete Stiftung der Nationalmannschaft. “Das ist Geld, das von der Mannschaft kommt”, sagte Neuendorf.

18. November, 11.50 Uhr: Komplettes Alkoholverbot für die Stadien der WM 2022

Katar hat nun offenbar ein komplettes Alkoholverbot für die WM-Stadien verhangen.

Doch es soll eine umstrittene Ausnahme geben.

18. November, 11.40 Uhr: Erstes Training für Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar

Einen Tag früher als geplant haben Thomas Müller und Antonio Rüdiger eine erste Trainingseinheit in Katar absolviert.

Wie der Deutsche Fußball-Bund am Freitag bestätigte, gehörte das zuletzt angeschlagene Duo zu einer Gruppe von gut einem halben Dutzend Nationalspielern, die mit Bundestrainer Hansi Flick im Al-Shamal-Stadion unweit des Teamquartiers eine freiwillige Regenerationseinheit bestritten. Flick hatte den insgesamt 26 Akteuren in seinem WM-Kader am Freitag zur Erholung freigegeben. Die meisten Spieler blieben zum Relaxen im DFB-Hotel Zulal Wellness Resort.

Müller und Rüdiger sollten nach muskulären Problemen und Hüftschmerzen eigentlich erst am Samstag das Training wieder aufnehmen. Beide hatten zuletzt mehrere Club-Spiele beim FC Bayern München beziehungsweise Real Madrid verpasst und waren für den letzten Test der DFB-Elf am Mittwoch im Oman (1:0) noch keine Option gewesen.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft startet am Mittwoch (14 Uhr/ARD) gegen Japan in die WM-Endrunde in Katar.

Titelfoto: MATTHIAS HANGST / POOL / AFP

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